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1874
übernahm Vitus Gottwalt den elterlichen Betrieb und führte diesen bis
zum Jahre 1890 zu ¾ Schreinerei und ¼ Landwirtschaft fort. Seine
Nachkommen: Heinrich Gottwalt I. und Robert Gottwalt I, beide
Schreinermeister in Mellrichstadt. Heinrich I übernahm 1891 den
elterlichen Betrieb und führte diesen bis zum Jahre 1929. Zwei Gesellen
und ein Lehrling (letzterer in Vollverpflegung beim Meister
untergebracht) bildeten das Stammpersonal.
1898 wurde die erste Holzbearbeitungsmaschine angeschafft - und zwar
eine 5-fach kombinierte Maschine mit Transmissionsantrieb. Abrichte,
Dickenhobel, Fräse, Kreissäge und Bohrsupport.
Sein Tätigkeitsfeld erstreckte sich ebenso wie bei seinen Vorgängern
über die gesamte Palette des Schreinerhandwerks. Heinrich Gottwalt I war
lange Jahre Obermeister der Schreinerzunft Mellrichstadt und gehörte
auch dem kath. Kirchenrat an.
Aus
der Ehe Heinrich und Katharina Gottwalt, geb. Geis, wurden zwei Söhne
und eine Tochter geboren. Heinrich II, geb. am 02.09.1893, Stefan und
Franziska Gottwalt. Sein Bruder Robert gründete einen eigenen Betrieb,
sodass es nun zwei Schreinereien mit Namen Gottwalt in Mellrichstadt
gab.
Bei der Erweiterung des Heimathofes “Simonshof” erhielten beide
Schreinereien in Arbeitsgemeinschaft die Ausführung für die dort
anfallenden Schreinerarbeiten. Die Arbeitszeit betrug damals täglich 12
- 13 Stunden. Heinrich II war im Besitz eines Kuhgespannes. Erzeugnisse
beider Schreinereien wurden auf Leiterwägen zur Baustelle Simonshof
gebracht. Während der Ausführung des Gemeinschaftsauftrages verstarb
Robert Gottwalt I in Simonshof an einem Herzschlag.
Seine verwitwete Frau heiratete in zweiter Ehe den Schreinermeister
Malachias Hohmann (Gründer und Namensgeber der heutigen Schreinerei
Hohmann).
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